BEIGEWUM: Zur Finanzmarktkrise 7. Oktober 2008
Ein sehr empfehlenswerter Text von Joachim Becker und Johannes Jäger zur US-Finanzmarktkrise und ihre Auswirkungen findet sich auf der Homepage des BEIGEWUM, des Beirates für Gesellschafts-, Wirtschafts- und Umweltpolitische Alternativen, einem Verein von linken und alternativen ÖkonomInnen in Österreich, der unter anderem das ökonomische Journal Kurswechsel herausbringt.
Finanzmarktkrise: Wenn Geld plötzlich keine Rolle mehr spielt … 7. Oktober 2008
Was nicht plötzlich alles geht, wofür nicht plötzlich Geld da ist! Erinnert sich noch irgendwer, als die Wiener Gebietskrankenkasse vor der Pleite stand (vor der steht sie übrigens – wie etliche andere auch – noch immer)? Ein dreistelliger Millionen-Euro-Betrag, der zur Sanierung bzw. zur Sicherung der Gesundheitsversorgung von den Krankenkassen eingefordert wurde, stiess bei den Regierenden beinahe auf einhellige Ablehnung. Selber schuld, sollen besser wirtschaften, wir haben kein Geld dafür … Wären die Krankenkassen nur Geldinstitute. Wären sie nur Banken. Da spielt Geld nämlich plötzlich keine Rolle. Milliarden Euro schwere Pakete werden da geschnürt, um Finanzinstitutionen gerettet. Steuergelder. Dreistellige Milliardengarantien gibt der Staat nun plötzlich für die Sicherung der Bankeinlagen. Natürlich auch – hoffentlich nur potentielle – Steuergelder. Auflagen? Bedingungen? Von denen hört frau/mann nur wenig. Nur dort, wo die Banken „verstaatlicht“ worden sind. Ein Gutes hat die Krise ja doch: das neoliberale Lügengebäude das da besagt, für den Sozialstaat sei kein Geld mehr da, ist jämmerlich und kläglich in Sich zusammengebrochen. Denn Geld ist offensichtlich zur Genüge da. Wenn es um Staatsgarantien für Banken geht, wenn Finanzpakete geschnürt werden etc. …
"Man hat den Eindruck, die Banken spielen derzeit ein munteres 'Wünsch dir was' und die Regierungen kommen dem auch noch gerne nach: milliardenschwere Stützungspakete für angeschlagene Institute, volle Staatshaftung für Bankeinlagen, welche - sollten sie selbst nur teilweise schlagend werden - eine enorme Belastung für die Staatshaushalte darstellen - alles geht plötzlich, koste es, was es wolle. Die gleiche Politik hat uns im Gegensatz dazu über Jahre hinweg erklärt - heftig akklamiert von den gleichen Spitzenmanagern, die jetzt in ihrer Panik nach mehr Staat schreien - dass der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar ist. Die gleiche Politik hatte und hat kein Problem damit, den maroden Krankenkassen dringend notwendige Finanzspritzen zu verweigern und nach wie vor private Pensionsvorsorge und Stock options für Topmanager steuerlich großzügig zu fördern - und natürlich gleichzeitig zu erklären, dass öffentliche Pensionsvorsorge nicht mehr leistbar ist. Das Lügengebäude neoliberaler Politik bricht nun eindrucksvoll in sich zusammen,"
meint Markus Koza, Bundessekretär der AUGE/UG und Vertreter der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB Bundesvorstand in einer Presseaussendung.
Hier gehts zur gesamten Presseaussendung zum Thema. Weil es jetzt nämlich wirklich reicht … und das ganz zurecht.
Steuern gegen Frauenarmut 2. Oktober 2008
Die AG Frauen & Armut der Armutskonferenz lädt alle interessierten Frauen zur Auseinandersetzung mit Märchen und Wahrheiten rund um geschlechter- und sozialgerechte Steuerpolitik ein.
Studientag
Steuern gegen Frauenarmut
6. Oktober 2008, 11.00 -17.00 Uhr
Wien 1, Stephansplatz 6, Stiege 1, 6. Stock, Saal 601
Mindestens 200.000 Frauen in Österreich sind akut von Armut betroffen, rund dreimal so viele armutsgefährdet.
Steuer- und Abgabesysteme könnten als zentrale Instrumente der Armutsbekämpfung wirken und für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für soziale, ökonomische und gesellschaftliche Teilhabe aller Frauen sorgen.
- Basisinformationen zu Theorien, Hintergründen, Effekten
- Vorschläge der AG Frauen & Armut der Armutskonferenz
- Arbeitsgruppen
- Diskussion mit Expertinnen
Mit
Sybille Pirklbauer, Politologin, AK Wien/Abt. Frauen-Familie
Petra Ziegler, Attac Österreich
Margit Schratzenstaller-Altzinger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO);
Die Einladung kann hier heruntergeladen werden (pdf).
Weitere Informationen s. auch www.frauenarmut.at
Rückfragen und Anmeldung:
michaela.moser@armutskonferenz.at


