von Peter Licht
Die Analyse der Ursachen der Krise(n) sowie ihre Deutung sind in hohem Maße relevant dafür, welche Auswege und Lösungen politisch diskutiert und möglicherweise verfolgt werden.
… schreibt die FORBA in ihrer Einladung. Wie wahr, wie wahr. Deshalb finde ich die Veranstaltung auch so interesssant:
Krisen im Neoliberalismus oder Neoliberalismus in der Krise?
Überlegungen zur politischen Analyse von Hegemoniekonstellationen
Dienstag, 20. Januar 2009, 17:00 – 18:30 Uhr, Seminarraum FORBA
Ausgehend von der aktuellen Debatte werden Forschungsarbeiten und –ergebnisse zur Geschichte des Neoliberalimus seit Ende des Zweiten Weltkrieges zur Diskussion gestellt, welche einerseits die historische Varianz neoliberaler Konzepte und Regime (pragmatisch-ausgleichend bis aggressiv autoritär) verdeutlichen. Andererseits kann mittels der Ergebnisse auf das relative Gewicht des neoliberalen Lagers in Wissenschaft, Publizistik und Politikberatung eingegangen werden.
Vortragender: Dr. Dieter Plehwe, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, dzt. Gastprofessor für Internationale Entwicklung an der Universität Wien.
ACHTUNG: begrenzte TeilnehmerInnenzahl – Anmeldung unter: office@forba.at
Sie haben wieder Hochkonjuktur: die gloriosen und selbstlosen Verteidiger des „Mittelstandes“.
Die Mitte, die sie meinen
Wann immer die Rede von Steuerreformen ist rücken sie aus, um die Interessen der „Mittelschicht“ zu verteidigen. So mancher Kampf für die „Mitte“ entpuppt sich bei näherer Betrachtung allerdings als etwas gänzlich anderes – nämlich als Kampf für die ganz oben.
Hans Rauscher ist Journalist. Hans Rauscher in Kolumnist. Hans Rauscher ist das, was frau/mann klassischerweise als „bürgerlichen Journalisten“ bezeichnet. Hans Rauscher schreibt unter anderem im „Standard“. Hans Rauscher ist in gesellschaftspolitischen Fragen ausgesprochen liberal, ist Antifaschist, was ihm in Österreich hoch anzurechnen ist.
Hans Rauscher ist allerdings auch in wirtschaftspolitischen Fragen ausgesprochen liberal. Und er gefällt sich dabei in einer Rolle ganz besonders gut: nämlich in jener des Verteidigers der Interessen der „Mittelschicht“. Vor allem, wenn es darum geht, diese gegen jegliche Art vor Vermögens-, Vermögenszuwachs- oder sonstiger Steuer zu bewahren. Weiters fordert er eine deutliche Einkommenssteuerentlastung für den Mittelstand.
Die „Mitte“, die „Mittelschicht“ der „Mittelstand“ stehen freilich nicht nur bei Rauscher hoch im Kurs. Nur: ist tatsächlich alles „Mitte“ was als „Mitte“ bezeichnet wird? Oder ist nicht so manche Interessenslage, die einer ominösen „Mitte“ zugeschrieben wird nicht in Wirklichkeit ganz wo anders, nämlich ziemlich weit „oben“ verortet?
Was ist überhaupt die Mittelschicht?
Tja, da fängt das Dilemma nämlich schon mal an. Bei der Definition dessen, was denn überhaupt die Mittelschicht ist. Dunkel ist da etwa noch ein Fernsehauftritt von Günter Stummvoll in Erinnerujng, seines Zeichens ÖVP-Abgeordneter, Wirtschaftskämmerer und Finanzsprecher, der die Mittelschicht bei einem Einkommen von bis zu 70.000 Euro/Jahr ansiedelte (der sprach in diesem Zusammenhang übrigens auch immer besonders gerne von „Leistungsträgern“). (mehr…)
Die Frauensolidarität beschäftigt sich in einem aktuellen Projekt mit der Informalisierung der Arbeit. Zur Textilindustrie weiss sie zu berichten:
Die boomende Textil- und Bekleidungsindustrie hat seit dem Fall des Eisernen Vorhangs verstärkt Osteuropa als neue Produktionsstätte für sich entdeckt. (…)
Die Globalisierung, Transformation sowie die EU- Erweiterung einiger osteuropäischer Länder zeigt ihre Auswirkungen besonders im Arbeitsleben von Frauen, die vermehrt informell in der Heimarbeit zu Billigstlöhnen für den Weltmarkt nähen. Ihnen werden ihre Arbeitsrechte vorenthalten und ihre geringen Löhne schaffen eine neue soziale Schicht von Working Poor.
Gelegenheit, mehr darüber zu erfahren, gibt es bei der Veranstaltung
Was ist Mode im Osten?Zeit: 11.12.2008; 18:30 Uhr
Ort: Otto Mauer Zentrum, Währingerstr. 2-4; 1090 Wien
Vortrag und Diskussion mit:
Details hier im Download.
Um Anmeldung bis 10.12 wird gebeten.
Eine Kooperationsveranstaltung der Frauensolidarität gemeinsam mit AUGE/UG-Alternative und Grüne GewerkschafterInnen, gmtn-Gewerkschaft Metall-Textil und der Grünen Bildungswerkstatt