Dummverteilen Sie gefälligst woanders!

Widerstand gegen die neoliberale Umverteilung

Studie „Motive für die Berufswahl“ 20. März 2009

Gespeichert unter: Arbeiterkammer, Facts&Figures — augeug @ 19:54
Tags: , , , ,

Eine von der AK beauftragte Studie über die Motive zur Berufswahl von Jugendlichen ergibt ein trauriges, aber erwartbares Bild: Jugendliche sind in der 7. und 8. Schulstufe höchst orientierungslos, orientieren sich meist an den Berufen im familiären Umfeld. Die Eltern wollen zwar, dass ihre Kinder eine bessere und höhere Ausbildung machen als sie selbst, können ihnen dabei aber – trotz hoher Investitionen in Nachhilfe – nicht ausreichend helfen. Kinder von Eltern mit höherer Ausbildung sind besser informiert als bildungsferne, wo der Schulabschluss im Vordergrund steht und was danach folgen soll, äusserst vage bleibt. Sie haben keinen Zugang zu Berufspraktika, die ihnen Kenntnis über akademische Berufe hätten vermitteln können.

Resumee: nicht nur Bildung wird „vererbt“ – die Wahrscheinlichkeit, Matura zu machen, liegt bei Eltern mit Pflichtschule als höchsten Abschluss bei 10%, bei Eltern mit Lehre bei 17%, mit Matura bei 60% und mit Universitätsabschluss bei 79% – sondern auch die Berufswahl. Ein Grund mehr für die dringende Einführung der Gesamtschule

 

Die Finanzmarktkrise und ihre Folgen – 7. März 2009

Realwirtschaftliche Auswirkungen und Wege aus der Krise

Podiumsdiskussion in der AK Wien am 5. März 2009

Am Podium: Brigitte Ederer (Vorstandsvorsitzende Siemens AG Österreich), Willi Hemetsberger (ehemals im Vorstand der Bank Austria Vorstand), Helmut Kotz (Vorstand Deutsche Bundesbank), Helene Schuberth (Senior Advisor Österreichische Nationalbank), Stephan Schulmeister (wifo), Albert Stranzl (BR-Vorsitzender Porr AG)

Veranstaltungsbericht von Peter Moser

Die Wirtschaftskrise baute sich aus einer ganzen Reihe von Komponenten auf, von denen aber nur der Immobilienboom, bzw. die Immobilienblase, die US-Zinspolitik und die anschließende Bankenkrise öffentlich, politisch, medial wahrgenommen wurden und noch werden. Die politische Therapien – nicht nur in Österreich – sehen dementsprechend aus: Sie orientieren sich lediglich an ein paar Symptomen, sie greifen nicht in die Regelkreise der Finanzwirtschaft ein (Schulmeister). Der „systemische Charakter“ (Schuberth) wird durch die jetzt hektisch und mit viel polit-rhetorischem Pathos propagierten Geldspritzen keineswegs beeinflusst. (mehr…)

 

Von faulen Krediten … 7. März 2009

Übrigens: einen Bericht zurVeranstaltung „Von faulen Krediten und reinem Gewissen“ mit Prof. Rothschild findet ihr hier!

 

Frauen verschrotten zerstörerische Wirtschaftsdogmen 6. März 2009

„Es gibt viele neoliberale Dogmen, denen die Politik in den letzten 20 Jahre gehuldigt und dadurch die jetzige Finanzkrise verschuldet hat – Deregulierungen und ungerechte Steuerpolitik mit Geschenken für Vermögende zulasten von LohnempfängerInnen, Abbau des Sozialstaates, Kaputt-Sparen bei Bildung und öffentlichen Einrichtungen und vieles mehr ….“

Zum Internationalen Frauentag verschrotteten die Frauen der Arbeitsgruppe Frauen & Armut der Österreichischen Armutskonferenz die überholten Wirtschaftsdogmen, um  IHRE  Verschrottungsprämie dafür zu kassieren:

  • Garantierte und sanktionslose Grundsicherung
  • Investitionen in soziale Infrastruktur und ökologische Nachhaltigkeit
  • Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung
  • Arbeitszeitverkürzung für alle,  statt Frauen an den Herd
  • Steueroasen schließen
  • Bankgeheimnis aufheben
  • Vermögenssteuern jetzt
  • Faire öffentliche Pensionen statt Roulette am Kapitalmark
  • Neue Regeln für Finanzmärkte für eine faire Verteilung
  • Sozial- (und Frauen-) verträglichkeitsprüfung aller geplanten und existierenden politischen Maßnahmen

Details

Trotz des zum Frauentag üblichen Schlechtwetters liessen sich die Frauen – inklusive der Autorin – nicht davon abhalten, ihre Forderungen zu erheben. Natürlich vor nicht allzuviel Publikum, denn direkt vor dem Parlament bewegen sich halt nicht allzuviele Menschen – schon gar nicht bei Regen. Aber schliesslich gehören die Forderungen ja dort hingetragen, wo der Gesetzgeber haust, der für die Regelungen verantwortlich ist …

Achja, was aber dann doch ganz spannend war: das Publikum, das vorhanden war, war ziemlich international. Und da wurde mann + frau sich ziemlich schnell einig, dass wir überall die gleichen Probleme haben – zumindest, was die Geschlechterdifferenzen betrifft.